Lueged nöd ume ...

am 28.06.2007 um 00:49

Ja, wie geht es weiter? Zürcher und Aargauer würden sagen so:

Lueged nöd ume, de Fuchs gaht ume. Lueged nöd zrugg, de Fuchs gaht über d Brugg.

Die Rede ist von einem Spiel, das im Kindergarten gespielt wird. Es funktioniert in etwa so: Die Kinder sitzen in einem Kreis mit Blick nach innen. Ein Kind wird zum «Fuchs» ernannt und kriegt ein Tüchlein, mit dem es aussen um den Kreis läuft. Die Kinder singen den obengenannten Reim, bis der Fuchs das Tüchlein hinter ein Kind gelegt hat. Dieses muss dann versuchen, den Fuchs zu fangen, bevor er eine Runde gerannt ist und dessen Platz eingenommen hat.

Das lustige an der ganzen Geschichte ist nun, dass das Spiel anscheinend in jedem Kanton bekannt ist, aber der Reim überall anders geht. Im Kanton Luzern (wo Philippe herkommt, der das Thema aufgebracht hat) nämlich so:

Lueged nöd ume, de Plumpssack gaht ume.

Irgendwie lustig, wenn man nur den Fuchs kennt :). Im Kanton Zug heisst es ziemlich ähnlich:

Lueged nöd ume, de Lumpesack gaht ume.

Im Kanton Thurgau und St. Gallen geht es so:

Fätzli gleit, niemertem gseit.

Wie heisst es in anderen Kantonen? In Bern oder in Graubünden zum Beispiel? Ist immer ganz interessant was bei solchen Vergleichen herauskommt – ich sage nur «Purzelbaum»...

5 Kommentare

ranil
28.06.07 22:41

ZÜRI!!!!! Alli andere händ kei ahnig ;)

Goldi
2.07.07 17:38

Als starker Vertreter, der in Verruf geratenen Version: «fätzli gleit, niemerem gseit….», unterstütze ich jegliche Verbreitung der thurgauischen Version, welche eigentlich in der ganzen Schweiz hätte Verwendung finden müssen ;-). Dies nicht nur aus Gründen der Sympathie zum ostschweizer Kanton. Man überlege sich:...

Züricher/Aargauer-Version: Einige Kinder werden hier also als «Fuchs» im Spiel eingesetzt. Ein Kind wird also zum Tier abgewertet ;-) : (Meist nicht gerne gehört sind doch jegliche tierischen Vergleiche). Und weiter, warum ein Fuchs?: kein Bär?, Elefant?, Kamel ?!? (alle hätten ihre Vorzüge). Und warum genau soll der Fuchs über eine Brücke gehen? Das Spiel wird meist («bezeichnenderweise») auf flachen Spielwiesen o.ä. ohne grobe Hindernisse, etc. gespielt.

Zug -und Luzern: Liebe Eltern, bitte bringt eure Plumpen- und Lumpensäcke zu einem gemütlichen Spielenachmittag zur Schule (Ein Elternabend wäre vorprogrammiert ;-)). Diskriminierende Wortwahl zu Lasten der jungen, athletischen Kinder. Trotz Überfettung heutiger Jugendendlichen sollten nicht alle in ein und denselben Korb geworfen werden. Also liebe Kinder: Für eine angenehme Spieleatmosphäre besucht den Thurgau ;-).

St.Gallen/Thurgau: Auszug aus der obigen Spieleregel : ...»ernannt und kriegt ein Tüchlein, mit dem es aussen um den Kreis läuft… ...das Tüchlein hinter ein Kind gelegt hat…» -> Macht doch schon irgendwie Sinn, ja? Ein Tüchlein kann und darf leicht mit einem Papier-Fätzli (und Philippe@Luzern…es ist kein Fötzli ;-)) o.ä. verglichen werden (beispielsweise kommt dies zum Einsatz, wenn kein «Tüchlein» vorhanden ist :-)). Und dieses «Tüchlein» wird hinter ein bestimmtes Kind GELEGT. Also eine beinahe 100% Übereinstimmung mit dieser Version des Reims.

Nun liebe Plumpensäcke, Lumpensäcke, Füchse oder einfach Mitspieler…..bildet eee (euch eure eigene) Meinung.

Nunja, um nicht parteiergreiffend (partei-ergreiffend ;-)). zu sein: auch im Thurgau kennt man komische, etymologisch nicht belegbare, Worte: was zum Henker ist beispielsweise ein «Bürzelbaum» :-D.

es grüsst freundlich eine Art Plumpensack aus der Ostschweiz.

Robin
2.07.07 22:42

Hoi Sven,

Ich gratuliere dir ganz herzlich zum längsten Kommentar dieses Blogs, vielleicht sogar dem längsten der Welt ;). Vermutlich sogar länger als der kommentierte Eintrag, nicht schlecht! Bei so einer Schreibwut kann ich nicht umhin zu fragen, willst du nicht auch unter die Blogger gehen? :)

Zu deinen Ausführungen habe ich nichts hinzuzufügen, ich denke die Thurgauer und St. Galler sind damit ziemlich gut repräsentiert. Die Meinung eines Zürcher dazu haben wir ja auch schon gehört ;).

Noch etwas zum Bürzelbaum, du weisst das ja schon, aber hier noch der Auszug aus einem Etymologie-Schunken:

Purzelbaum m. ‘Rolle nach vorn über den Kopf, das Kopfüberfallen, Überschlag auf dem Boden’ (Burzelbaum 16. Jh.), eigentl. ‘Sturz und Wiederaufbäumen’.

Und unter purzeln steht:

purzeln Vb. ‘sich überschlagend, stolpernd hinfallen, fallen, stürzen’ (bes. von Kindern), anfangs auch ‘mutwillig, freudig springen’ (bes. vom Pferd, also mit dem Hinterteil nach oben). Das seit dem 15. Jh. bezeugte Iterativum purzeln, Nebenformen pürzeln und burzeln, ist zu mhd. burzen ‘hinfallen, (kopfüber) niederstürzen’ gebildet, das wohl mit dem unter Bürzel ‘Steiss’ (s. d.) behandelten Substantiv verwandt ist. Oft in Bildungen wie durcheinander-, übereinanderpurzeln.

Der Bürzelbaum ist also eine sprachgeschichtlich ältere Variante des Purzelbaums. Der Heubürzel hingegen wird vermutlich eher in bäuerlichen Regionen praktiziert ;).

kathrin
23.05.08 16:43

in rappi war das so

fäzzli gliet, niemertem gseit, ligge lah wos isch sust chunnt de plizischt und haut di über de tisch…

:-)

Robin
28.05.08 21:49

Danke Kathrin (sollte ich dich kennen?), auch ne ziemlich lustige/brutale/strube Variante :).

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